Solar Poolheizung

Für die Erwärmung großer Wassermassen wie bei der Poolheizung Solar ist die Sonnenenergie besonders gut geeignet. Inzwischen sind vielerorts – auch in Mitteleuropa – öffentliche Freibäder oder Hallenbäder mit einer Solarheizung gekoppelt worden. Als Richtwert genügt im allgemeinen pro Quadratmeter Beckenoberfläche eine Kollektorfläche von 0,5 m2 bis 1 m2.

Für kleinere Becken gibt es – ähnlich den bereits erwähnten Solarmatten von VW – auch die Aquasun-Schwimmbad-Kollektoren aus stark lichtabsorbierendem Kunststoff, die kissenartig und vom Wasser durchströmt neben das Becken gelegt werden, und die das Wasser um 4°C – 8°C erwärmen.

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Ein gutes Beispiel für die Beheizung eines großen Frei­bades mit Sonnenenergie ist die ‚Großversuchsanlage zur Nutzung der Sonnenenergie‘ in Wiehl, deren Grundstein 1975 gelegt wird. Die 1.100 Kollektoren der Anlage sind mit einer Gesamtfläche von 1.485 m2 genauso groß wie die Oberflächen aller Schwimmbecken zusammen. Mit einem (maximalen) Wirkungsgrad von 74 % soll die Kollektoranlage zwischen Mai und September rund 650 MW in Form von Wärme liefern, womit das Schwimmbadwasser auf durchschnittlich 24°C erwärmt werden kann. Etwa 20 % – 30 % der gewonnenen Wärme erwärmen die 120 – 180 m3 Frischwasser auf 45°C, welche von den Besuchern an einem schönen Sonnentag – meist in den Duschen – verbraucht werden. An diesem Beispiel zeigt sich auch deutlich, wie sinnvoll derartige Anlagen sind: Denn je stärker die Sonne scheint, desto mehr sonnenerwärmtes Wasser steht zur Verfügung, und desto mehr Besucher frequentieren die Anlage und benötigen erwärmtes Duschwasser. Das Projekt wird zu etwa 50 % vom BMFT gefördert, die Gesamtkosten betragen 20 Mio. DM. Die Musteranlage in Wiehl besitzt außerdem noch einige interessante Subsysteme, wie eine Anzahl von Wärmepumpen, die neben den Kollektoren in das Gesamtheizsystem integriert werden. So wird dem Fluß Wiehl bei Bedarf Wärme entzogen – ebenso wie dem Filterspülwasser. In Verbindung mit einer auch als Eislaufbahn nutzbaren Mehrzweckhalle wird der Einsatz einer Wärmepumpe zur Eiserzeugung vorgeschlagen, wobei diese ihre überschüssige Abfallwärme wiederum für die Freibadbeheizung nutzt. Vorausberechnungen hatten ergeben, daß im Winter etwa 70 % des Wärmebedarfs der Mehrzweckhalle durch diese Abwärme gedeckt werden können, die restlichen 30 % würde die Wärmepumpe durch das Abkühlen von Brunnenwasser bereitstellen. Eine Badebeckenabdeckung verhindert außerdem nächtliche Wärmeverluste. Neben alledem werden auch noch besondere Fenster mit hoher Wärmedämmung – d.h. Zweiglasscheiben mit einer Gasfüllung – eingesetzt, allerdings erst versuchsweise, da bisher noch nicht bekannt ist, ob das in die Scheiben eingeführte Gas über die im Bauwesen übliche Betriebsdauer auch nicht entweicht. Alles in allem bildet Wiehl nicht nur ein einfaches solarbeheiztes Freibad, sondern ist ein sehr wichtiges Experiment der Integration verschiedener Energietransformationssysteme bis hin zur Nutzung besonderer Fliesenfarben in den Becken, die zur Erhöhung der sogenannten Globalstrahlungsabsorption beitragen. Außerdem ist die Kollektorstation gleichzeitig ein Versuchsfeld, auf dem verschiedene Kollektorbauarten untersucht werden. Die Betriebskostenreduzierung beträgt nach Inbetriebnahme etwa ein Drittel der Kosten des konventionellen Heizölbetriebs, was in diesem Fall einer jährlichen Einsparung von etwa 80.000 l Heizöl entspricht. 1990 entscheidet die Berliner Bauverwaltung, 14 Schwimmbäder mit Solarthermie auszurüsten. 1993 erhält die österreichische Solarfirma Solkav in Wilhelmsburg den Staatspreis für Erfinder für die Entwicklung und Umsetzung des weltweit ersten begehbaren Sonnenkollektors, der im Zuge einer Sanierungsmaßnahme des Erlebnisbades Bad Bibra in Sachsen-Anhalt als Schwimmbeckenumrandung installiert wird. Der Sport-Solar-Kollektor hat einen Wirkungsgrad von 81,1 %, erwärmt das Beckenwasser bis auf 28°C, ist auch im nassen Zustand rutschemmend und kann sogar saisonal als Sportplatz oder als Absorber für eine Kunsteisfläche genutzt werden.

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